Ventile einstellen

#1
Hallo zusammen,
zu lange stand mein Mopped (Granny Bj.99) unbeachtet und traurig in der Garage. Nun dachte ich es ist mal wieder Zeit... Big Grin
Vorher wollte ich geschwind einen "kleinen" Service machen Ventile, Zahnriemen und sowas.
Beim Versuch die Ventile der Auslasseite zu prüfen war es mir schlicht unmöglich den Zylinderkopfdeckel loszuschrauben. Wenn ich das richtig sehe geht das nicht ohne (partiellen)Motorausbau. Was haben sich die Jungs in Varse dabei bloß gedacht?
Oder was mache ich falsch? Gibt es ein Geheimnis (z.B. spezieller Inbusschlüssel)?
Gruß
Kai


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#2
Hallo Kai,

ich muß das gleiche bei meiner auch machen. Da ich meine erst seit ein paar Wochen habe, und es bei einer Cagiva GC noch nie gemacht habe (außer an meinen diversen Ducatis), weiß ich auch nicht genau, was alles ab muß. In 1 - 2 Wochen weiß ich es aber ganz genau. Habe aber gelesen, daß man das Federbein oben abmachen muß. Dazu muß das Motorrad am Besten aufgehängt werden, anders geht es wohl gar nicht. Ich mache das mit Gurten an meiner Auto-Hebebühne, zum Glück habe ich eine. Man muß schon ordentlich Zugang haben, damit man in dem engen Kipphebelgehäuse arbeiten kann, nicht nur messen. Die Ventile sollten übrigens Ducati-typisch knapp eingestellt werden, nicht aus Faulheit von der großen Spieltoleranz verleiten lassen! Bei den KöWe-Ducatis muß der Schließer sogar 0,00 mm haben, und das ist das genau gleiche System.

Na, dann viel Spaß!

Grüße, Gerhard
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#3
Bei meiner ist es noch nicht so lang her (vielleicht 3/4 bis 1 Jahr) das ich es geprüft habe, hatte das Plastikzeug (Motorschutz, Verkleidung, Tank, Luftfilterkasten) entfernt.
An Werkzeug weis ich jetzt nicht mehr genau was im Einsatz war, hab aber nichts besonderes (wahrscheinlich die kleine Knarre mit Bitsatz eventuell noch Verlängerung/Welle und die normalen kurze/lange Imbusschlüssel)
Vorne kommt man ja gut bei, hinten weis ich es nicht mehr genau jedenfalls hatte ich das Federbein nicht gelöst zum prüfen (war aber schon extreme Frikelarbeit zum Messen).
Zum Glück hatte sich bei meiner bestätigt was der Verkäufer sagte (bei wieviel km das Ventielspiel überprüft/gemacht wurde weis er nicht mehr aber es ist noch nicht so lange her (hat die Werkstattrechnung nicht gefunden))
Zum Einstellen hätte das Federbein raus müssen, hatte beim messen schon Mühe und hatte es fluchend fast schon vor auszubauen.
In meinem Bekanntenkreis hat sich keiner Finden lassen der schon mal an nem Ducatimotor geschraubt hatte bzw der einzigste lehnte ab da er schon mal an ner GC beruflich dran war und sie in sehr schlechter Erinnerung wegen der Schrauberfreundlichkeit hatte
ZZR 600 Bj.99 mit ca. 40.000km
Gran Canyon Bj.99 (Gekauft mit 40.436,6km)
Aprilia Falco Bj.2000 mit ca. 48.500km
FZR 1000 Bj.91 mit ca. 50.000km (Bastelobjekt)
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#4
Hallo Gerhard, hallo Kay,
also ich hab luftfilter und den ganzen Kram ausgebaut. Ich fürchte, daß der Ausbau des Federbeines kaum das Problem löst und wenn dann bleibt es weiter eine elende Fummelei. Im Rahmen ist zwar ein "Fenster" (siehe Bild mit orangenem Sechskant) aber auch da ist m.E. kaum ein vernünftiges Arbeiten möglich. Ich tendiere gerade dazu den Motor vorne auszubauen und abzulassen. Allerdings muß dazu wohl die ganze Einspritzanlage raus... wenn ich mir dem Aufwand so anschaue, dann frage ich mich bei wieviel Grannys die Auslassventile des stehenden Zylinders jemals geprüft oder eingestellt wurden...   Confused
Gruß
Kai


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#5
Hallo zusammen,

ja, das frage ich mich auch. Gleches gilt für alle Ducati-Desmomotoren. Sie laufen natürlich auch mit großem Spiel, klappern aber und bei hohen Drehzahlen ist auch der Verschleiß größer. Die Rechnungen, vor allem bei den 4-Ventilern (von Ducati) fallen da immer sehr saftig aus, ich glaube, die nehmen bei einem 4-Ventiler € 1.100,--, und bei einem 2-Ventiler (so wie der GC-Motor) € 880,--. Mit ein Grund, weshalb ich es immer selber mache (habe u.a. eine 748). Dann weiß ich auch, was gemacht wurde und was nicht. Denn der Rechnungstext und die Wahrheit sind nicht immer zu 100% kongruent ...
Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, den Motor auszubauen, sollte mit Hilfe meiner Heberbühne auch passabel funktionieren. Ich muß bei meiner eh den großen Rundumschlag machen, da einige Teile zu lackieren sind, damit sie richtig wie eine rot-schwarze aussieht, usw., und keiner genau weiß, wann was gemacht wurde. Neue Zahnriemen bekommt sie auch, ist wichtig, gute zu nehmen, dan läuft der Motor eine nummer exakter. Kommt aber trotzdem nicht an eine Ducati mit Königswelle heran.
Auf jeden Fall lohnt es sich, die Ventile ordentlich einzustellen. Die Einstellung hält je nach Fahrweise schon 10.000 km.

Also dann, ran ans Werk!

Grüße, Gerhard
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#6
Hab glaub ich durch das Dreieck gearbeitet, hatte noch diese (https://direktkauf.idealo.de/portal/shop...gJRrvD_BwE) kleine Ratsche aus dem Set benutzt (war allerdings selbst mit der wirklich sehr umständlich, teilweise nur mühselig 1 Zahn geratscht)
ZZR 600 Bj.99 mit ca. 40.000km
Gran Canyon Bj.99 (Gekauft mit 40.436,6km)
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FZR 1000 Bj.91 mit ca. 50.000km (Bastelobjekt)
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#7
Moin,
man kann bei entsprechender Fingerfertigkeit auch arbeiten ohne das Federbein auszubauen.
Die Arbeit ist allerdings PITA! Die GC ist mit Abstand das schrauberunfreundlichste Motorrad an dem ich bisher geschraubt habe. Ich verteile die Arbeit(en) an der GC immer auf mehrere Tage, weil sonst würde ich das Teil schlichtweg im Hafen versenken!

Ich habe Inbusschlüssel gekürzt damit die Schrauben von Ventildeckel gelöst bekomme. Heraus- und Eindrehen der Schrauben dann per biegsamen Kunstoffschlauch in den ich vorne einen Inbus eingeklebt habe.

Gruß
Dirk
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#8
Hallo,

ja, das habe ich auch schon gemerkt. Ich hatte 18 Jahre eine Canyon 500, das ist die gleiche Katastrophe. Baue da mal den Vergaser aus! Da denke ich gerne an meine Einzylinder-Ducatis, die ich immer noch habe (250 M3D, 450 M3D und 450 M3), da ist der Vergaser mit einer (!!) Schraube ab. Fertig.
Aber so ist das bei den modernen Bikes, bei den Autos ist es nicht viel besser, eher schlimmer. Nur haben die keine Desmodromik zum Einstellen, sondern hydraulischen Ventilspielausgleich. Das ist quasi das Gegenteil. Aber wechsele da mal einen Zahnriemen! Da brauchst Du bei quer eingebautem Motor zum Abbauen der Zahnriemenverkleidung ebenfalls gekürzte Inbusschlüssel. Und dann geht es erst richtig los. Vielleicht sollte man das von Kindern machen lassen, deren Hände wären klein genug.
Das mit der Arbeit verteilen mache ich übrigens auch, aus dem gleichen Grund. Ich baue bei meiner den Motor aus, habe ich beschlossen.

Grüße, Gerhard
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#9
Hallo zusammen,

das Gleiche habe ich dieses Jahr auch vor, weil meine Granny jetzt schon 20 Jahre alt wird und so wie es ausschaut auch immer noch die ersten Zahnriemen drauf sind.
Bevor ich mir den Wolf mache, werde ich auch den Motor ausbauen. Dauert wahrscheinlich genauso lange, wie in eingebautem Zustand das Ventilspiel überprüfen und eingestellen. Wobei, überprüfen würde ja noch gehen, aber Plättchen und Käppchen wechseln ???? 

@Gerhard:
Habe bei der kleinen Canyon heute Mittag den Vergaser ausgebaut und mal wieder eine kleinere Hauptdüse montiert. Scheint mir immer noch etwas fett gelaufen zu sein. Mittlerweile habe ichs drauf und bin in einer Stunde fertig.

Grüße
Gerd
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#10
Moin aus dem Norden,
ich habe vor Kurzem das Ventilspiel geprüft. Es gint Leute, die schaffen das ohne Federbeinausbau. Ich wollte es ausbauen. Der Umlenkhebel im Motor saß jedoch fest. Da gibt es einen Trick. Das Hinterrad mit Schwinge anheben und es geht unten raus. Am Ende reichte mir der Platz für eine vernünftige Inspektion nicht. Ich habe den Heckrahmen abgebaut. Ziemlich aufwendig, da ein Kabel bis in den Scheinwerfer geht. Das wollte ich nicht durchtrennen.
Ob Motorausbau schneller geht?

Gruß
Schloeter
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#11
Hallo zusammen,

hier bin ich wieder mit meiner Vertileinstellerei. Also die GC ist wirklich das allerschrauberunfreundlichste Motorrad, das ich kenne. Wahrscheinlich liegt das am CAD-Konstruieren, da kann man alles irgendwie zusammenfriemeln, das es irgendwie passt, nur montieren tut es da noch keiner.

Also, ich versuche gerade, den Luftfilterkasten abzubauen, und er will nicht raus. Um Zeit zu sparen: Weiß jemand, wie es am besten oder zumindest überhaupt geht?

Grüße, Gerhard
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#12
Deckel ab, hintere Befestigungsbrücke ab,Schlauch der Kurbelgehäusentlüftung ab.
Schlauchschellen der Ansaugstutzen lösen, Luftfilter raus und in das Gehäuse greifen, durch ziehen das Gehäuse mit den Ansaugstutzengummis nach oben ziehen. Ein bisschen rütteln dabei.
Viel Erfolg.

Bordolino
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#13
Hallo Bordolino,

vielen Dank erst mal, werd ich heute Abend gleich mal probieren.

Geht es auch genau so problemlos wieder drauf?

Grüße, Gerhard
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#14
Ich hab so nen Gummipflegestift (für die Autotürgummi) als Flutschhilfe genommen.
ZZR 600 Bj.99 mit ca. 40.000km
Gran Canyon Bj.99 (Gekauft mit 40.436,6km)
Aprilia Falco Bj.2000 mit ca. 48.500km
FZR 1000 Bj.91 mit ca. 50.000km (Bastelobjekt)
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#15
Big Grin 
N'abend,
meine Granny läuft wieder - besser denn je. War aber echt Arbeit. Ich glaube nach den vergangenen Tagen definitiv nicht, daß die Ventile ohne Motorausbau einzustellen sind. Auch die viel gerühmten Gynäkologenfinger helfen da nicht weiter und auch der Ausbau des Federbeines löst das Problem nicht, vielleicht ist das auch nur bei meiner so....?
Wie Gerhard schon bemerkte Spass ist's manchmal keiner. Fängt spätestens beim Luftfilterkasten an. Wie Bordolino so treffend schrob: bisschen rütteln Biggrin .Gummipflegestift ist sicher ne prima Idee für den Wiedereinbau.
Ich habe letztlich alle Motorbefestigungsschrauben gelöst, den Motor auf einer kleinen Hebebühne ein paar Zentimeter abgelassen wobei ich die Einspritzanlage an ihren Trägern belassen habe. Luftfilterkasten und Kurbelwellengehäuseentlüftung, Krümmer und Sammler müßen weg, Kette+Ritzel+Ölleitungen ntürlich auch. So kommt man eingermasen an das Auslassventil des stehenden Zylinders ran.
Einbau ging dann Besser als gedacht, Filter und Zahnriemen noch gewechselt was sich ja anbietet.
Der größte Mist Angry war diesmal die Enfernung des Ölfilters den ich letztesmal wohl zu gut angezogen hatte. Weder Filterschlüssel noch Band noch der "eingeschlagene" Schraubenzieher vermochten den Filter zu bewegen, ich dafür am Rande des Wahnsinns. Nach mehrmaligem Tiefluftholen und Hirneinschalten habe ich mir aus einem 1/2 Zoll-Wasserrohr einen "Kronenschlüssel" gebastelt mit dem ich die Reste des Ölfilters dann bergen konnte. War aber wahrlich keine Freude. Was ich gelernt habe: Ölfilter behutsam anziehen, aber das wisst ihr wahrscheinlich ja...
Hoffentlich wirds jetzt bald mal Frühling...
Grüße


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#16
Hallo,

Flutschhilfe ist gut. Der Luftfilterkasten ist herausen, danke für den Tip.

Ich werd's wohl machen wie Desmodromo. Warum hast Du dazu den Druckregler nicht abgeschraubt? So lange sind doch die Benzinschläuche gar nicht. Oder hast Du die E-Düsen rausgenommen?

Und Dein Debakel mit dem Ölfilter hat mich daran erinnert, einen neuen zu kaufen, was ich vergessen hatte.

Grüße, Gerhard
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#17
Hallo Desmodromo,

bin kurz vor dem Pukt, den Du schon am 6.5. erreicht hast. Habe leider gerade wenig Zeit zum Motorradbasteln. Muß das aber jetzt durchziehen, sonst fahre ich diese Saison nicht mehr mit meiner GC. Daher meine Fragen, siehe Bild:

Wenn Du den Motor nach vorne kippst, um welchen Drehpunkt (Bild: 1, 2 oder 3) kippst Du ihn? Oder sind alle 3 Zuganker herausen? Fällt dann der Motor auf den  Boden (mein Motorrad schwebt an meiner Auto-Hebebühne)? Muß man des Federbein oben abschrauben?

Schon mal herzlichen Dank im Voraus für Deine Antworten.

Grüße, Gerhard


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#18
Hallo Gerhard,
alle Bolzen müssen raus und ja, ohne Abstützung fällt der ganze Block zu Boden. Ich dachte auch zuerst, daß sich der Block vielleicht um den dicken Bolzen No 2 (der auch gleichzeitig die Achse für den Umlenkarm des Federbeines ist) drehen liesse. Bei mir ging's jedenfalls nicht, drum hab' ich alle Schrauben/Bolzen rausgemacht und den Motorblock mit einer verstellbaren Stütze langsam abgelassen (~2-3 cm). Das reicht dann gerade um den hinteren Auslassventildeckel abzuschrauben und die Ventile zu prüfen/einzustellen. Viel Platz ist immer noch nicht aber es reicht. Einspritzanlage und Benzinschläuche habe ich drangelassen, Ölschläuche abgemacht, was aber vielleicht gar nicht unbedingt sein muß (siehe Bild). Was es bringen soll das Federbein auszubauen verstehe ich immer noch nicht so recht, das das Problem ist primär der Rahmen und da hilft nur das Ablassen des ganzen Motorblocks.
Gruß
Kai
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#19
Hallo Kai,

vielen Dank, jetzt sehe ich klarer. Ich habe den Ölkühler durch Entfernen des oberen Halters abgemacht, er baumelt nur noch an den Leitungen. Dann habe ich die Einspritzanlage abgebaut (ist noch nicht ganz fertig), weil ich mir davon verspreche, den Motor weiter als auf Deinem Bild ablasssen zu können. Erhöht hoffentlich die Bequemlichkeit am Auslaßventil vom stehenden Zylinder. Es ist irre, was man da alles abbauen muß, und hinterher wieder dran. Da sehne ich mich an meine aktiven Zaiten mit meiner 900 SS Königswelle zurück, die ich immer noch habe. An der wäre ich längst fertig, und zwar mit dem Ventileeinstellen und nicht mit den Nerven. Und Zahnriemen gibt's da auch keinen. Den muß ich auch wechseln. Die Spannung will ich mit der derzeit modernsten Methode einstellen: Audio Analyzer auf dem Laptop, und mit Mikro die Frequenz des schwingenden Zahnriemens bestimmen. Hast Du das schon mal gemacht?

Grüße und ein schönes Wochenende,

Gerhard
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#20
(17.05.2019, 11:05)gerhardmillegt schrieb: Die Spannung will ich mit der derzeit modernsten Methode einstellen: Audio Analyzer auf dem Laptop, und mit Mikro die Frequenz des schwingenden Zahnriemens bestimmen. Hast Du das schon mal gemacht?

Moin,
klar, kann man so machen. Ist aber für die ollen 2-Ventiler absoluter Overkill!  Shy
Ich nutze an meinen 2V-Ducatis schon immer die 'gute alte Inbusmethode' zum Einstellen der Zahnriemenspannung.
Hat mir damals mal mein Ducati-Händler so gezeigt.
Hier ein Link: http://www.ducatisuite.com/belttension.html
Alternativ gibt es auch noch die Methode mit der Federwaage.

Gruß
Dirk

PS: Die 2-Ventiler Zahnriemenmotoren gehen zurück auf die 70'er Jahre! Da hat so etwas auch noch ohne Laptop und Mikrofon funktioniert! Big Grin
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#21
h
hallo,
ich habs mal an einer Monster900 mit der Audio-Methode gemacht. Es gibt das frei verfügbare Programm "jpdiag". Der Ersteller hat darin den vollen Zugriff inclusive Änderungen am Kennfeld auf die ECU für die jüngeren Steuergeräte (IAW1.5) zu Verfügung gestellt. Teil dieses Programms ist so ein Audio-Analyzer. Erfahrung: es geht, aber du musst einen Platz haben an dem es ruhig ist. Als Gegenprobe habe ich die alte/einfache Methode mit den 2 inbus-Schlüssen gemacht: ein 5er muss, ein 6-er sollte nach Einstellung und Fixierung zwischen Zahnriemen und Druckrolle durchgezogen werden können.

Michi
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#22
Wink 
Hi Gerhard,
kleine Korrektur der Korrektheit halber: der Bolzen Nr.2 ist die Achse der Schwinge... aber egal.
Die ganze Einspritzanlage auszubauen war mir zu aufwändig und ist m.E. auch nicht unbedingt notwendig.
Ich habe die Zahnriemen schon mehrfach gewechselt und habe nie die Notwendigkeit für irgendwelche Spannungsmessungs-Tools gesehen. Gibt mechanische z.B. von Gates, mit den akustischen Methoden hab ich keine Erfahrung, aber mal ehrlich: wer Ventile einstellen kann für den sind die Zahnriemen mit der Inbusschlüssel-Methode pillepalle...bei mir hat's bisher jedenfalls immer gefunzt und die alte Dame schnurrt wieder... 
Gruß
Kai
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#23
Hallo Kai,

im Grunde hast Du ja recht. Ich wollte es halt mal mit dieser High-Tech-Methode probieren, auch, weil ich noch eine 748 habe. Der Aufwand ist ohnehin nicht sehr groß: Man braucht einen Laptop (vorhanden), ein Mikrofon (vorhanden), einen 3,5 mm-Klinkenadapter, damit das Mikro in den Labtop eingestöpselt werden kann (Selbstbau, Bauteile vorhanden), sowie eine AudioAnalyser-Software (kostenlos). Ich muß also nix kaufen, und habe die Supermethode nach DUCATI. Was will ich mehr? Ich schreibe hier hinterher, wie gut es funktioniert hat.

Meinen Motor habe ich fast herausen ... das ist vielleicht ein Scheiß. Noch nie so viel Geraffel zum Ventileeinstellen irgendwo abgebaut.

Grüße, Gerhard
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#24
Hallo zusammen! Oder einfach ne app runterladen   https://www.contitech.de/de-DE/Solutions...ION2GO-APP

ok,bisspäter, Viki Smile
leben und leben lassen
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#25
Shy Ach übrigens....Ventil  Einstellung, das Gute ist so nah     https://cagivisti.de/forum/showthread.php?tid=14789
leben und leben lassen
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#26
Hallo Viktor,

das mit der Conti-App ist ja ganz nett, hat nur den einen kleinen Fehler: Ich habe kein Smartphone, und werde auch nie eines haben, weil ich an dieser Dauer-Überwachung und Dauer-Ausschnüffelung nicht teilnehme. Ich habe nur ein "normales" Handy, und dessen Überwachungmöglichkeiten sind mir eigentlich auch schon zu viel. Wie dem auch sei, mit der App kann ich leider nix anfangen, habe aber den "Audio-Analyser" als Freeware-Programm für einen normalen PC (oder Laptop), damit geht es genau so.
Die Ventil-Einstellanleitung kannte ich so zwar noch nicht, habe aber vor gefühlten 20 Jahren (oder waren es 30?) selbst mal eine geschrieben (damals für den Königswellenmotor), da geht es fast genau so, nur daß da die Hilfsfeder zum Schließen nicht so stramm war wie bei den Riemenmotoren. Das ist übrigens ein echtes Problem, wenn man es alleine macht und nur 2 Hände hat, so wie die meisten - eigentlich alle, die ich kenne. Messen geht noch, da kann man mit einer Hand den Schließer-Kipphebel mit einem Schraubenzieher o.ä. runterdrücken, und mit der anderen Hand das Lehrenblatt unter die Schließerhülse schieben. Aber der Ausbau? Na ja, man kann ebenfalls mit einer Hand den Hebel runterdrücken, und dann versuchen, die Hülse nach unten zu schieben, damit die Keile frei sind. Dann geht das blöde Ventil gleich ganz mit runter, und man hat gar nichts. also zurück das Ganze, und nochmal. eine freie Hand zum Festhalten des Ventiles hat man ja nicht. Irgendwann klappt es dann doch, und man kann die Keile, einen nach dem anderen, mit einer Pinzette entnehmen. Wenn, ja wenn einem nicht zwischendrin der Kipphebel auskommt ...

Ich arbeite an einer Lösung dafür. Wenn sie funktioniert, berichte ich hier, sonst nicht.

Grüße, Gerhard
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#27
Hallo zusammen! Hallo Gerhard, es ist wie du sagst.......übrigens, der Ölfiter vom guten Ducati V2 ist der Gleiche wie von der Ente, 2CV......Und das mit dem Inbuss zum Einstellen des Riemens beim V2 funktioniert sehr gut, Hauptsache nicht zu stramm........ok,bisspäter, Viki
leben und leben lassen
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#28
Hallo zusammen,

jetzt bin ich wieder einen (entscheidenden) Schritt weiter mit meiner Ventileinstellerei. Leider habe ich auch nicht so viel Zeit für diese Sachen, wie man bräuchte. Außerdem war ja auch noch Mugello mit einem Ducati-Sieg.
Ich habe hin und her überlegt, was man mindestens machen muß, um einigermaßen vernünftg an das hintere Auslaßventil zu kommen, und zwar nicht nur, um dessen Öffnungskipphebel anzuschauen, sondern auch um diesen zum Einstellen wegzuschieben und um dann auch an den Schließer zu kommen. Ich habe halt auch keine Finger wie ein 10-jähriger. Also habe ich den Motor komplett hinten los gemacht, und auch das Federbein oben und unten. Die GC hängt an meiner Auto-Hebebühne, und den Motor habe ich auf 3 Reifen abgelassen. Alles schön in konfortabler Arbeitshöhe. Bei einer bestimmten Stellung der Hebebühne bekommt man das Federbein ganz einfach heraus, und dann habe ich die ganze Karre so positioniert, daß der Motor maximal weit nach vorne gekippt ist, und dank des ausgebauten Federbeines hat man nun am hinteren Auslaßventil bald mehr Platz als an einem der beiden vorderen. Man kann sogar eine Stablampe dahinter stecken, und hat immer noch Platz. Ich finde, alles andere ist Käse, man spart ein bißchen Zeit beim Bauen, kommt aber viel schlechter an alles dran, und steckt da umso mehr Zeit rein.
Die Öffner sind ja pille-palle, Kipphebel zur Seite, und Käppchen raus. Der Schließer ist die wahre Herausforderung, sogar schon zum Messen. Erstens muß man gegen die Hilfsfeder den Kipphebel runterdrücken, und zwar gleichmäßig, und dann muß man die Lehre reinfummeln. Eigentlich braucht man da schon 3 Hände, und wer hat die schon. Also habe ich mir, wegen der doch recht kräftigen Hilfsfeder, ein Hilfswerkzeug gebaut. Es besteht aus einem Rahmen, der mit 3 der Ventildeckelschrauben an dessen Befestigungslöchern angeschraubt wird. Daran ist ein stabiler Arm (von der breiteren Seite, =oben, ausgehend) angeschweißt, der genau mittig und parallel über den Schließkipphebel führt. An der richtigen Stelle ist ein Gewinde M4, da drehe ich eine Gewindestange (auch M4) aus Ms (damit es auf dem Kipphebel keine Kratzer gibt) soweit ein, bis sie auf den Kipphebel hinter dem Ventil drückt. Jetzt kann ich den Kipphebel, wenn es sein muß, stundenlang, runterdrücken, zuerst zum Messen, und dann auch zum Einstellen. Im Gegensatz zu einer manuellen Betätigung durch eine lebende Person kann man nun nicht mehr abrutschen (wodurch die Ventilkeile gerne durch die Gegend fliegen), und außerdem besticht diese Lösung durch ihre Langzeit-Kondition, notfalls sogat über Nacht. Ein lebender Mensch würde das nie hinkriegen: er hält gerade den Hebel runter, Du wirst zum Abendessen gerufen, und danach setzt Du Dich auf die Couch zum Tatort, und am nächsten Morgen fällt Dir glühend heiß ein, Dein Helfer drückt ja noch auf den Kipphebel. Wahrscheinlich ist er tot, oder mindestens verdurstet. Mit dieser Vorrichtung passiert das nicht. Es gibt übrigens kein Ducati-Pendant dafür. Wie die Werkstätten das machen, ohne 2. Mann, weiß ich nicht. Wenn Interesse besteht, setze ich von dem Ding ein Bild hier rein, mit ein paar Infos zum Nachbau. Man sollte aber schweißen können, und zwar autogen oder WIG/WAG. Ich hab's autogen gemacht.

Grüße, Gerhard
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#29
Hallo Gerhard,
soweit ich weiss gibt es ein Ducati- Instrument für die Kipphebel. Ob man das noch kaufen kann- keine Ahnung, wenn dann sicher teuer.
Ein selbstgebauter Hebel ist natürlich charmant, mit nem dicken Schraubenzieher geht's aber doch auch.
Das Schliesser-Spiel direkt zu messen ist m.E. kaum möglich. Letztlich reicht doch auch die Messung Gesamtspiel und Öffnerspiel zur Bestimmung des Schliesserspiels ("loaded minus unloaded gap"). Spannend wird's dann wieder die passenden Shims zu finden. Meine Schliesser sind jetzt so, daß sie sich gerade mit zwei Fingern drehen lassen, funktioniert perfekt.
Gruß
Kai
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#30
Hallo Kai,

was ich da habe, ist kein Hebel, sondern ein Niederdrücker, mit Gewindestange. Damit drückt man gegen die Hinlsfeder auf den Schließ-Kipphebel, und das kann man in jeder Nockenwellenstellung = Ventilöffnungsposition machen.
Übrigens sind die Spiele vom Schließ- und Öffnerkipphebel völlig unabhangig voneinander zu messen und einzustellen! Mit meinem Werkzeug (oder auch mit einem Schraubenzieher) zum Nierderdrücken des Schließerkipphebels kann man sehr wohl das Schließerspiel messen. Es geht auch nur so! Die Hilfsfeder am Schließerkipphebel macht ja gerade das Spiel weg, so daß man ohne niederdrücken gar nix messen kann.

Grüße, Gerhard
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#31
Schau Dir mal das"Ventilspiel Einstellblatt" von M.Kaufmann an... Idea
Gruß
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#32
Der Ducati-Werkzeugbauer ist wieder im Geschäft und liefert meines Wissens auch wieder direkt an Privatkunden:


http://www.ducati-ktz.de/procat/spezialw...ducati.php

Und den Hebel hat er im Programm.

Das war zumindest die Info von vor 12 Monaten als ich ihn besucht habe.
Heilige Mutter von der gesegneten Beschleunigung, verlaß' uns jetzt nicht!
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#33
Stimmt, danke für den Tip. Knapp 40 Äppel..bei den Preisen für die "Shims"geradezu ein Schnäppchen... Cry
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#34
Hallo Kai,

was ist das "Ventilspiel Einstellblatt" von M.Kaufmann? Kenne ich nicht.

Und von welchem "Hebel" wird da geredet?

Grüße, Gerhard
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#35
Hallo zusammen,

habe das "Kaufmann-"Ding gefunden. Das ist diese ominöse "Loaded gap"-Methode. Wenn man nicht daran interessiert ist, das Schließer-Spiel sauber auf 0,00 mm (max. 0,01 - 0,02 mm) einzustellen, kann man das natürlich machen. Der Ducatimotor sollte auf Schließerspiel 0,00 mm eingestellt werden, auch wenn im Datenblatt der GC bis 0,2 mm (!) erlaubt sind. Bei der "Loaded gap"-Methode überträgt man alle Fehler der Öffnermessung, die locker 0,01 (- 0,02 mm) sein können, 1:1 auf das Schließerspiel, das 0,00 mm haben soll, plus dessen Meßfehler. Daß das nicht geht, solte klar sein, das ist einfach Murks. Außer, man denkt sich nichts dabei, mit 0,15 mm im Schließer herumzufahren, dann kann man sich aber auch das Messen/Einstellen ganz sparen, zumindest der Schließer.

Hebel: Alle Hebe/Hilfswerkzeuge, die ich für das Ventileeinstellen bzw. das Niederhalten der Schließer gefunden habe, müssen während der Operation manuel betätigt/gedrückt werden, brauchen also eine eigene Hand. Dauer-Niederhalter sind das nicht.

Grüße, Gerhard
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#36
Tach zusammen,
wäre nun natürlich interesant, was die übrigen Forumsteilnehmer von der "ominösen loaded gap" Methode halten. Bei Null-Spiel des Schiessers wäre ein Messfehler von 0,01-0,02 ja genau richtig. Ich finde die direkte Messung auf jeden Fall ausgesprochen fummelig und ungenau...
Gruß
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#37
Hallo Kai,

das Problem ist, daß der Fehler in beiden Richtungen auftreten kann, also so z.B. zu einem "klemmenden" Kipphebel führt, also praktisch mit negativem Spiel. Und das genau sollte vermieden werden.

Grüße, Gerhard
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#38
Lightbulb 
(06.06.2019, 13:19)Desmodromo schrieb: Tach zusammen,
wäre nun natürlich interesant, was die übrigen Forumsteilnehmer von der "ominösen loaded gap" Methode halten. Bei Null-Spiel des Schiessers wäre ein Messfehler von 0,01-0,02 ja genau richtig. Ich finde die direkte Messung auf jeden Fall ausgesprochen fummelig und ungenau...
Gruß

Servus...

Muss Gerhard recht geben und halte von der Loaded-GAP nichts. Das würden richtige Profis niemals so einstellen.

Ich messe und stelle den Schließer immer zuerst ein, dabei bleibt der Öffner komplett aussen vor. d.h. Shim ausgebaut, Kipphebel beiseitegeschoben, NW auf den höchsten Punkt des Schließernockens gedreht. 
Ich messe garnicht, bevor der Öffner nicht ausgebaut ist. 
Spiel wird so eingestellt, dass sich der Schließer-Shim gerade noch drehen läßt, also annähernd 0.00mm, Spiel erhöht sich bei heißem Motor nämlich sehr deutlich.
Passt das Schließerspiel, wird der passende Öffner-Shim mit Endmaßen aus einem Endmaßkasten, zwischen Ventilschaft und Öffnerkipphebel ermittelt und eingebaut, fertig.
Wer die Technik, den Bewegungsablauf und die Auswirkungen der Motortemperatur auf die unterschiedlichen Materialien im Zylinderkopf und die sich dadurch verändernden Spiele verstanden hat, versteht auch, dass alles andere Murks ist. 
Der Unterschied von einem sauber eingestelltem Desmo zu einem "des passt schon" sind Welten, vom Lauf, Ansprechverhalten und der Geräuschkulisse in den Köpfen.
Außerdem: Nach dem Ventileeinstellen immer Synchronisation der Einspritzung durchführen  Big Grin

Muss keiner so machen, nur meine Meinung und Methode Cool

Gruß Mpire
_______________________________
Vorwärts Männer, wir müssen zurück
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#39
Hallo Mpire,

bin voll bei Dir! Nur habe ich keinen Endmaßkasten, sondern messe die Käppchen mit den Mikrometer, und am Schluß nochmal das Spiel. Geht auch.

Übrigens ist mein Niederdrücker, an dem ich eine Weile gearbeitet habe, ein voller Erfolg geworden. Ich drücke den Schließkipphebel in der gewünschten Stellung nieder, zum Messen und natürlich auch zum Ausbau und Wiedereinbeu der Schließerhülse. Ich muß keine Kraft aufwenden, es hüpft nichts weg. Man kann sich einfach richtig Zeit lassen, und hat beide Hände frei. Ich bin begeistert. Mit diesem Ding geht dann auch der Ventilekram ruck-zuck von der Hand.

Grüße, Gerhard
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