Axialspiel Bolzen Umlenkung

#1
Moin zusammen,

vielleicht könnt ihr mir helfen? Bestimmt könnt ihr das! Big Grin

Nachdem ich beim Neubeziehen der Felgen, Reinigen des Fahrwerks nun die Umlenkung überprüft habe, ist mit folgendes aufgefallen.
Eine Steckachse ( mEn die Verbindung Gabelumlenkung / Stütze vom Motor) hat ein arges Spiel.
Seinerzeit hatte ich zur Herabsetzung der Sitzhöhe eine Umlenkung einer Elefant zugelegt. Auch gereinigt und gefettet. Jedoch nie verbaut.
Beim Vergleich des Axialspiels und des Aufbaus dieser Umlenkung fällt auf, das die Lager und eingebaute Buchse kein Spiel oder Verschleisserscheinungen aufweist. Einzig und alleine das Spiel zwischen Steckachse und Buchsen fällt ins Gewicht.

In dem Sinne möchte ich nachfragen, ob jemand schon mal dasselbe Phänomen hatte und wie er / sie es gelöst hat.

Danke sehr! Und eine gute Fahrt.

Gruß
Markus


Edit 22.6.2019 Hat keiner eine Idee oder das gleiche Phänomen gehabt? 21 Views und keine Ansage. Bin echt dankbar für jeden Tip. Vielleicht ist das ja auch ganz in der Toleranz?
[color=#ff6600]Motorrad fahren ist auch Sport.
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#2
Hallo Markus,

also Steckachsen sind das nicht, die sind nämlich in de Rädern in der Mitte.

Was wackelt denn nun genau? Eventuell kannst Du ein Foto mit Pfeil (Paint, rot) hier reinsetzen.

Allgemein ist es so: Die Lager von Schwinge und Umlenkhebel (auch Federbein unten) sind allesamt Nadellager. sofern sie intakt sind, haben sie kein radiales Spiel. Achsiales Spiel ist ein wenig vorhanden, bedingt durch die Bauweise/Breite der Hebel usw. Aber: Die Lager haben alle beidseitig einen O-Ring zur Abdichtung, der in das Achsialspielmaß eingeht. Es sind wohl Perbunan-O-Ringe, die nach 20 Jahren Risse bekommen, und auch brechen. Vielleicht hast Du auch schon einen oder mehrere verloren, dann ist das Dein Achsialspiel. Diese O-ringe sitzen unter den Endkappen der Lager. Das Maß ist 19 x 2,5 mm. Wenn Du neue einbaust, nimm welche aus Viton, nicht wegen der chemischen Beständigkeit, sondern weil die länger halten. Die Shore-Härte kann zwischen 70 und 90 liegen. Du brauchst 2 Stück pro Lager.

Das Ganze ist im Grunde eine Fehlkonstruktion: Im Fahrbetrieb sind alle diese Lager immer der gleichen Belastung ausgesetzt, immer in der gleichen Richtung (bezogen auf den Umfang). Die Drehbewegung ist minimal. Das geht am Besten mit Bronzebuchsen und Schmiernippel, und irgend einer sinnvollen Abdeckung, damit durch das Abschmieren nichts auf das Hinterrad kommt (rutscht sonst ein wenig). Wenn man sorgfältig abschmiert und überschüssiges Fett entfernt, ist das zuverlässig und hält ewig. Bis in die 70er oder 80er Jahre hätte man das so gemacht. Nun haben wir aber die Umwelt und deren Schützer. Speziell von Fahrzeugen darf aber schon überhaupt gar nix in die schöne Umwelt gelangen. Daher gekapselte Lager (O-Ringe!), und, mangels Abschmiermöglichkeit keine Buchsen, sondern Nadellager mit Dauerschmierung. Hört sich erst mal gut an. Nur: Das Ganze liegt halt voll im Dreck- und Wasserstrom des Vorderrades (bei Regen). Regnen tut's nun mal manchmal, ob man will oder nicht. Und fahren tut man da auch manchmal, ob man nun will oder nicht. Wenn jetzt die O-Ringe nicht dicht halten, hast Du ruck-zuck Wasser und Dreck in Deinem schönen Nadellager, und das mag es gar nicht. Gleitlager tolerieren Dreck in kleinen Mengen, Wälzlager nicht. Also verrecken sie irgend wann. Und das ist die Fehlkonstruktion. Vom Austausch dieser O-Ringe steht nämlich nichts im Wartungsplan, und wenn, wüder es vermutlich kaum einer machen.

Wozu man in einem Dauergebrauchsmotorrad diesen ganzen Hebelmist da unten braucht, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Man hätte vielleicht besser ein kürzeres Federbein direkt auf der Schwinge gelagert, in einer Gummibuchse wie vom Auto. Wartungsfrei und gut. Vielleicht ist dann das Ansprechverhalten bzw. die Federrate über den ganzen Federbereich nich ganz so superoptimal, aber, ehrlich gesagt, wer merkt das schon, und wen stört es. Man kann Federn mit progressiver (mit dem Federweg veränderlicher) Federrate wickeln, damit läßt sich viel ausgleichen.

Ich hoffe, Du kannst mit dem ersten Absatz was anfangen. Der Rest mußte nur mal gesagt werden, und Du bist halt das hilflose Opfer.

Viel Spaß beim basteln und

Grüße, Gerhard
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#3
@Gerhard , dem kann man nur zustimmen! Ich habe ja parallel mit Aprilia zu tun. Die Jungs haben bei den Enduros der frühen Jahre genau diesen Aufbau gewählt. Umlenkung mit Bronzebuchsen und das abschmierbar mit Fettnippel.
Die haben da einen anderen Fehler eingebaut, aber das nur nebenbei.

Allerdings habe ich bei der Überarbeitung meiner GC damals wohl eher festgestellt, daß die Jungs in Varese bei der Montage da schon an Fett an den Nadellagern gespart haben. Aber ein Schmierkanal lässt sich ja bohren und ein Gewinde für den Nippel ist ja schnell geschnitten. Ich denke, die Entwickler haben damals einfach die Konstruktion von der Elefant übernommen.

Ich bin zumindest, was die Qualität der Federung anbelangt, von einer gutgewarteten Umlenkung mit einem guten Stoßdämpfer begeistert. Da ich dies bei jeder Aprilia machen muss(te) kann ich den Vorher- Nachher Effekt gut feststellen - und der ist gewaltig und spricht gegen Twinshock oder einfache Anlenkung eines Federbeins.
Heilige Mutter von der gesegneten Beschleunigung, verlaß' uns jetzt nicht!
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#4
Photo 
Hallo Gerhard,

ja das Opfer dankt!   Big Grin 

Nein, ist schon ok.
Wie Christoph schon sagt, die Federung finde ich in der Granny auch spitze.

Mit den Ringen ist ein interessanter Aspekt.  Denke, ich muß also doch komplett auseinander bauen und prüfen.
Die Nadellager habe ich bei der Umlenkung der Elefant auch drin. 

Und Du hast Recht, es ist radiales Spiel, wenn ich dies in Bezug zum Radius setze.
Wie gesagt, kommt das Radialspiel eher von der Bauweise Steckachse / Lagerhülse. Aus dem Gefühl würde ich
behaupten, das dies bei ca. 1mm liegt.

Aber vielleicht sind es auch die Lager.

Ich werde berichten.

Danke erstmal für die Tipps.

Wo kann man ggf. die Ringe bekommen? AUsser Ama###! Dem Lagerhandel selber vielleicht?

Gruß
Markus

Umlenkung GC <-- Link zum Foto. OnsDrive funktioniert mit direktem Link nicht.
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#5
Hallo,

ich habe sie von hier, da ich derzeit nahe Hanau wohne:

https://www.dth-dichtungstechnik.de/

Vermutlich verschicken die auch. Ich habe für 10 St. € 15,-- bezahlt.

Grüße, Gerhard
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#6
Ein anderer Anbieter ist https://www.lelebeck.de/

Ich fahre zwar eine Navigator, aber der Aufbau ist ja sehr ähnlich. Mir fällt jedesmal ein riesiges Axialspiel an der Verbindung zum Motor auf. Das ist so viel, daß es eigentlich nur konstruktionsbedingt und kein Verschleiß sein kann.

Was die Anlenkung betrifft, frage ich mich auch, ob das unbedingt sein muß. KTM hat an seinen Fahrzeugen nur direkt mit der Schwinge verbundene Federbeine und ich habe noch nicht gehört, daß das im Vergleich zu anderen nachteilig sein soll.
Grüße Georgios

"Absorb what is useful, discard what is useless, add what is uniquely your own."

"It's a shame that stupidity can't be converted into a usable energy source."

"I would rather be on my motorcycle thinking about God than in church thinking about my motorcycle."
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#7
@Georgios - ein Stück rede ich nun wie ein Blinder vom Lesen...

Ich habe es ja bis heute nicht geschafft das vorhandene Wilbers Federbein in die GC einzubauen...

Bei den Aprilias ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht - ich habe ja da vorher/nachher Möglichkeiten in allen Varianten geprobt bzw. hinter mir.

Mit Wilbersfederbei und einer gut arbeitenden, mit frischem Service versehenen Umlenkung bzw. neuer Lagerung ist das ein Gedicht. Du gehst in Schräglage über eine Bodenwelle, und das wird einfach
progressiv und elegant verarbeitet. Die Radführung ist für mich perfekt - und die Aprilias sind Baujahr von 86 - 92 ! Wenn du das mit dem Ergebnis vorher vergleichst, du denkst, daß du hinten eine andere
Radführung hast.

Ich bin leider technisch nicht wirklich bei Fahrwerken und ihrer Einstellung zu Hause - ich erhoffe mir aber, wenn die GC mal wieder an den Start geht und das Wilbersfederbei verbaut ist, eine ebensolche Verbesserung.
Heilige Mutter von der gesegneten Beschleunigung, verlaß' uns jetzt nicht!
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#8
Hallo Christoph,


ein neues FB an der GC wird in jedem Fall eine Verbesserung zu einem alten FB sein. Und wenn es dann noch, wie im Fall Wilbers, durch eine ausgewählte Federrate auf das Fahrergewicht und Einsatzspektrum angepasst ist, umso besser.

Aber ich dachte, es geht um mit oder ohne Umlenkhebelei. Na klar macht die Hebellage technisch Sinn, sonst würde man sie nicht verwenden. Sie ist natürlich auch wartungsintensiver.
Aber wie gesagt, KTM zum Beispiel hat hochwertige Fahrwerke ( WP) und kann auf die Umlenkung hinten verzichten. Und wie schon von Gerhard gesagt wurde, eine Progression lässt sich auch mit einer progressiven Feder erreichen.

Bin gespannt auf die Erfahrungen mit Deinem neuen Wilbers. Smile
Grüße Georgios

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#9
So,ich habe mal alles auseinander gebaut und geprüft.

Lager und zugehörige Hülsen sind spielfrei. Die Kunstoffringe sind auch noch jungfräulich. Big Grin

So wie es aussieht, liegt das Spiel in den Führungshülsen der Umlenkungen / Gabeln.

Werde mal versuchen neue zu beschaffen, falls es diese überhaupt noch im Angebot der Händler gibt.

Erstmal vielen Dank für die Unterstützung.

Gruß
Markus
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#10
Das ist ja ein bißchen offtopic, aber ich denke es passt ein bißchen zum Thema.
Ich habe gestern wieder mal eine hintere Umlenkung bei einer Aprilia angefangen. Und dort saß wieder einer der beiden Wellen, die in den Messingbuchsen drehen (sollen) fest. Ergebnis: diese Verbindung dreht dann als verblockte Einheit um die horizontale Schraube der Lagerung. Das funktioniert a) mit deutlich mehr Kraftaufwand und b) in dem Sinne ohne jegliche Schmierung

Ich kann mir nicht vorstellen, daß hier entweder die Feder oder das ganze Federbein irgendeine weiche, progressive Funktion aufbauen kann. Das Losbrechmoment ist deutlich höher und das Ganze setzt dann ruckweise bei einer Bodenwelle ein. Und genau dieses sehr sanfte, weiche Einsetzen der Federung ist das, was mich an der gesamten Konstruktion, ob nun bei Aprilia (oder in Zukunft bei der GC - ?) so begeistert. In dem Sinne, das beste Federbein hilft nicht wirklich, wenn die Umlenkung nicht 100%-ig in Ordnung ist.

   
Heilige Mutter von der gesegneten Beschleunigung, verlaß' uns jetzt nicht!
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#11
Ich verstehe, was Du meinst, aber man kann eine festgegammelte Umlenkung nicht mit einem System ohne Umlenkung (z.B. KTM) vergleichen, welches schon konstruktiv darauf ausgelegt und abgestimmt wurde, ohne Umlenkung zu funktionieren.
Ich bin kein Spezialist, aber das macht für mich Sinn.
Grüße Georgios

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