Lenkkopflager

#1
Hallo, 
hat irgendjemand schon Erfahrung mit dem Wechsel des Lenkkopflagers?
Tips,  Tricks, Spezialwerkzeug usw.
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#2
Ich hab an anderen Motorrädern schon welche gewechselt, an der Navi hab ich eines von Emil Schwarz einbauen lassen. Das sind Speziallager ohne Spiel die eingeklebt werden und die Mutter eine Spezialanfertigung ohne Spiel zum Lager ist. Kann man auf der Seite von Emil Schwarz genauer nachlesen.
Generell sind Spezialwerkzeuge zum Ausbau des unteren Lagerrings erforderlich wenn das Lager bündig zum Lenkkopf ist. Normalerweise steht ein Grat der Lagerschale raus wo man von Oben mit einer langen Stange ran kommt, und es von oben nach unten austreiben kann. Beim Eintreiben der neuen Lagerschalen darauf achten, dass sie nicht beschädigt werden. Am Besten mit einem Hartholz eintreiben. Akribisch darauf achten, dass die Lagerschalen nicht verkanten. Was auch hilft ist, den Lenkkopf etwas an zu wärmen und die Lagerschalen eine Nacht in den Gefrierschrank, dann flutschen sie leichter rein.
Wünsch dir viel Erfolg. An sich eine machbare Sache. Big Grin
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#3
(04.12.2019, 21:23)ducwolobo schrieb: Generell sind Spezialwerkzeuge zum Ausbau des unteren Lagerrings erforderlich wenn das Lager bündig zum Lenkkopf ist. Normalerweise steht ein Grat der Lagerschale raus wo man von Oben mit einer langen Stange ran kommt, und es von oben nach unten austreiben kann. 

Njein. Entweder Innenauszieher (Kukko ~30 Euro) verwenden - die haben einen Kragen, der sich auch in kleinste Ritzen wie z.B. zwischen Lagerschale und Rahmenanschlag drücken lässt. Ich klopf' dann vorsichtig von oben mit einem Stück Alu-Vollmaterial auf den Auszieher.
Oder man schweisst sich ein Stück Altmetall in die Lagerschale und setzt da mit dem Austreiber an. 
Habe auch schon davon gelesen, das Schrauber hingehen und auf die Lagerfläche rundum eine Schweissraupe setzen. Das soll angeblich das Lager soweit zusammenziehen, das es fast von alleine rausfällt.

VG
Siggi
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#4
Zitat: "Habe auch schon davon gelesen, das Schrauber hingehen und auf die Lagerfläche rundum eine Schweissraupe setzen. Das soll angeblich das Lager soweit zusammenziehen, das es fast von alleine rausfällt."

Das funktioniert recht gut, wenn man weiß wie sich das Material verhält: 
1. Den Lagerring erwärmen und ihn abschrecken (z.B. mit kaltem Wasser). Dann bleibt er im ausgedehnten Zustand (größer als vorher) stehen.
2. Den Lagerring erwärmen und langsam abkühlen lassen (kein nachhelfen). Er dehnt ist zwar erst aus, schrumpft dann aber auf ein kleineren Wert zusammen (kleiner als vorher). 


Ps. Bei einem Lagerring der außen fest sitzt (wie z.B. im Lenkkopf), kann man den Lagerring auch mit Eisspray bearbeiten. Dann schrumpft der Ring auch etwas zusammen und man kann ihn leichter entnehmen.


!Achtung! Bei Wärme- und Kältebehandlung nur den zu demontierenden (kaputten) Gegenstand behandeln, ansonsten kann das ganz schnell nach hinten los gehen (den Lenkkopf z.B, niemals erhitzen oder einfrieren)!
Gruß Martin




Wenn du nach Fehlern suchst, benutze einen Spiegel und kein Fernglas.
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#5
Gelesen habe ich das mit der Schweissnaht auch schon. Wehe dem, der aber beim Schweissen aus Versehen an den Lenkkopf kommt und die Innenfläche wo das Lager rein kommt versaut. Dann muss man den Lenkkopf wieder sauber ausfräsen.
So ein Auszieher ist eine tolle Sache, hab aber auch schon erlebt, dass das Teil nicht genug Angriffsfläche hat und durchrutscht.
Wenn das Lager übersteht kann man gut von oben ran und es nach unten mit einer Stange austreiben.
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#6
(28.11.2019, 23:34)Goepfi schrieb: Hallo, 
hat irgendjemand schon Erfahrung mit dem Wechsel des Lenkkopflagers?
Tips,  Tricks, Spezialwerkzeug usw.

Moin,
habe im letzten Jahre mein LK-Lager analog zu den bereits genannten Emil Schwarz-Lagern eingeklebt. Dazu hab ich die Lagerschalen der neuen Lenkkopflager von einem Bekannten außen um 1/10mm abdrehen lassen. Anschließend hab ich die Lagerschale dann mit Loctite eingeklebt.
Hat sich sehr positiv auf das Fahrverhalten ausgewirkt (Hochgeschwindigkeitspendeln).

Gruß
Dirk
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#7
Hi,
interessant wäre es wenn du berichtest wie du die Lagerschalen ausgebaut hast.(Abzieher oder raus geschlagen?)
Das mit dem Hochgeschwindigkeitspendeln hängt sehr stark von der Reifenwahl ab. Mit Pirelli Scorpin Trail lief die Fuhre bei 220kmh noch stabil, aktuell Conti Road 2 und das ding fängt ab 150 kmh an zu pendeln. Nach meiner Erfahrung hängt das Pendeln meist mit der Reifenwahl zusammen. Der Conti ist ein sehr agiler kurvenwilliger Reifen und hat eine elastischere Karkasse, die Pirellis und wohl auch Metzeler haben eine stabilere Karkasse. Das kommt dem Geradeauslauf zu gute, dafür sind sie nicht so handlich und agil wie z.b. die Contis. Das ist zumindest auch meine Erfahrung. Von Daher wird mein nächster Reifen ein Pirelli Angel GT2. Liegt schon in der Garage zur Montage bereit. Smile
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#8
Die Lagerschalen habe ich ganz klassisch raus geschlagen. War auch kein größeres Problem, da die Lagerschalen sowohl unten als auch oben etwas überstehen. Man braucht halt eine entsprechend langes Werkzeug. Dann immer schön gleichmäßig vor dem nächsten Schlag die Position wechseln (oben, unten, rechts, links, usw.). 

Bei mir hat sich das Hochgeschwindigkeitspendeln deutlich gebessert (mit gleichen Reifen). Ich führe die Verbesserung auf die verspannungsfreie Montage der Lagerschalen zurück. Das wird ja auch von Herrn Schwarz als ein Vorteil seiner Methode des Einklebens genannt.  
Auf jedem Fall ist meine Granny noch nie so gut gelaufen, wie nach dem Einkleben der Lagerschalen. Und wirklicher Aufwand war das Einkleben nicht. Leider habe ich das erst 2019 gemacht und nicht schon 2014 als ich das 1. mal das LK-Lager an meiner Granny getauscht hab.  Rolleyes

PS: Fahre vorn Conti ClassicAttack und hinten ContiMotion M.
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#9
Zum Austreiben der Lagerschalen kann ich das schon einmal erwähnte Werkzeug von KTM empfehlen.
Grüße Georgios

"Absorb what is useful, discard what is useless, add what is uniquely your own."

"It's a shame that stupidity can't be converted into a usable energy source."

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