Gabelumbau, Fahrbericht
#1
Nach einer 4-Tage-Tour durch Bayerischen Wald, Vogtland und Erzgebirge kann ich sagen: es hat sich gelohnt. Wegen des weiten Bereichs in dem Druck- und Zugstufe verstellt werden können, habe ich je nach Einstellung entweder ein Schaukelpferd oder einen bockigen Esel. Nach kurzer Zeit habe ich für mich die Einstellung "weiche Druckstufe" und "etwas mehr Zugstufendämpfung" als  passend gefunden. Da wird sicher noch Einiges experimentiert werden, aber die Richtung ist erkannt. Interessant ist die Wahrnehmung, was "hinten" passiert. Es ist ein einfaches Wilbers verbaut mit einer Feder, die für mich nicht passt: ich sollte 115kg wiegen, tu ich aber (gottseidank) nicht. Je nach Einstellung "vorne" erscheint das Verhalten des hinteren Federbeins unterschiedlich zu sein: mal scheint es zu hart ("vorne" Schaukelperd), mal scheint es zu weich ("vorne" bockiger Esel). Die Suche nach der für mich am Besten passenden Einstellung ist noch nicht abgeschlossen. Ich will noch mit Reifendruck und Gabelölmenge experimentieren. Es bleibt interessant.

Michi
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#2
X_083 X_083 Ich habe mit Interesse die Berichte zu euer beider Umbau verfolgt. Ich bin mit der Gabel meiner Navigator ganz zufrieden, wenn ich GGV verwende. Aber das hält ja nicht so lange. Deswegen möchte ich den Umbau nachmachen, aber so, daß ich meine alten Gabelinnereien behalten und evtl zurückbauen kann, wenn mir irgendetwas nicht gefällt. Auch möchte ich die Geometrie nicht verändern. Die Gabellänge soll also gleich bleiben.
Könnt ihr mir sagen, was ich alles brauche?
Grüße Georgios

"Absorb what is useful, discard what is useless, add what is uniquely your own."

"It's a shame that stupidity can't be converted into a usable energy source."

"I would rather be on my motorcycle thinking about God than in church thinking about my motorcycle."
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#3
(27.05.2020, 00:08)Schmirgelmichi schrieb: Nach einer 4-Tage-Tour durch Bayerischen Wald, Vogtland und Erzgebirge kann ich sagen: es hat sich gelohnt. Wegen des weiten Bereichs in dem Druck- und Zugstufe verstellt werden können, habe ich je nach Einstellung entweder ein Schaukelpferd oder einen bockigen Esel. Nach kurzer Zeit habe ich für mich die Einstellung "weiche Druckstufe" und "etwas mehr Zugstufendämpfung" als  passend gefunden. Da wird sicher noch Einiges experimentiert werden, aber die Richtung ist erkannt. Interessant ist die Wahrnehmung, was "hinten" passiert. Es ist ein einfaches Wilbers verbaut mit einer Feder, die für mich nicht passt: ich sollte 115kg wiegen, tu ich aber (gottseidank) nicht. Je nach Einstellung "vorne" erscheint das Verhalten des hinteren Federbeins unterschiedlich zu sein: mal scheint es zu hart ("vorne" Schaukelperd), mal scheint es zu weich ("vorne" bockiger Esel). Die Suche nach der für mich am Besten passenden Einstellung ist noch nicht abgeschlossen. Ich will noch mit Reifendruck und Gabelölmenge experimentieren. Es bleibt interessant.

Michi
Ich kann deine Eindrücke vol bestätigen. Der Einstellbereich ist seit dem Einbau der Verlängerungshülse deutlich gewachsen. Ich bin heute wieder durch den Schwarzwald getourt und hab die Druckstufe ca 1/3 zu, die Zugstufe knapp zur Hälfte. So passt es für mich am Besten. Zugstufe offen ist eine Schaukel, Druckstufe mehr als die Hälfte zu macht die Gabel überhart.

(28.05.2020, 22:57)Georgios schrieb: X_083 X_083 Ich habe mit Interesse die Berichte zu euer beider Umbau verfolgt. Ich bin mit der Gabel meiner Navigator ganz zufrieden, wenn ich GGV verwende. Aber das hält ja nicht so lange. Deswegen möchte ich den Umbau nachmachen, aber so, daß ich meine alten Gabelinnereien behalten und evtl zurückbauen kann, wenn mir irgendetwas nicht gefällt. Auch möchte ich die Geometrie nicht verändern. Die Gabellänge soll also gleich bleiben.
Könnt ihr mir sagen, was ich alles brauche?
Hi, du benötigst eiine Marzocchi Magnum verstellbar. Schmirgelmichi hat mir gesagt dass er welche besorgen kann. Frag ihn mal an. Dann eine Verlängerungshülse für die Druckstufe, macht der Kumpel von Michi. Dann würde ich die Originalfedern mit den Originalholmen und den Tauchrohren der Magnum verbauen, so wie wir das gemacht haben. Die Gabel wird dadurch ca 2.3 cm länger. Das kannst du aber ausgleichen, indem du die Holme weiter durch steckst.
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#4
Danke, melde mich dazu später noch einmal.

Benutzt ihr eigentlich weiterhin GGV oder ist das jetzt überflüssig geworden?
Grüße Georgios

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#5
Ich verwende den GGV nach wie vor. Hab einen Docht unter der Kappe den ich so alle 3000km mit dem GGV tränke.
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#6
Hi..

alles sehr interessant.. Im welchem Rahmen bewegen sich den die Kosten so roundabound?
Cu/ the_wombel.. (Jürgen)  X_090
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#7
Kommt stark drauf an für wieviel Geld du eine Magnum bekommst. Frag mal Michi, der hat gesagt er hätte eine Bezugsquelle. Die Hülse sollte jeder Dreher für 10-20.- Euro anfertigen. Neues Gabelöl und am Besten gleich neus Simmerringe. Bei mir waren es zusammen gut 150.- Euro.
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#8
(29.05.2020, 14:23)ducwolobo schrieb: Ich verwende den GGV nach wie vor. Hab einen Docht unter der Kappe den ich so alle 3000km mit dem GGV tränke.
Bei mir hält das nur 300-400 km. Ich hatte gehofft, daß die umgebaute Gabel ohne GGV sich so anfühlt wie die alte mit GGV auf den ersten Kilometern.
Grüße Georgios

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#9
Was ist denn GGV????
Mangelnde Leistung wird mit Wahnsinn ausgeglichen!!!!
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#10
Das ist die Gast-Gewerbe-Verordnung.

Nein, war nur Spaß. Blush 

GGV
Grüße Georgios

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#11
Ahhhh!!! Danke dir.....
Mangelnde Leistung wird mit Wahnsinn ausgeglichen!!!!
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#12
Hallo,
was erst mal wichtig ist: für die Navi oder die Granny ? Bei der Granny muss auf jeden Fall etwas spanabhebende Beabeitung durchgeführt werden. Aber mit etwas Aufwand läßt sich auch danach der Serienzustand wieder herstellen. Wenn ich Ducwolobos Beschreibung richtig gelesen habe, ist es bei der Navi Schraubarbeit, ohne Teile verändern zu müßen.
In meinem ersten Bericht hatte ich beschrieben, daß es 2 Varianten der Gabel gibt die für den Umbau in Frage kommen. Und was ich darüber in diversen Foren gefunden habe. Bitte nochmal dort nachlesen. Ducwolobo hat die neuere Version, ich die mit den blauen Einstellern. Ob sich die beiden Gabelversionen in ihren Fahreigenschaften unterscheiden, könnte nur ein Fahrvergleich zeigen. 
Es gab die Gabel mindestens in 2 Holmdurchmessern: 45mm und 50mm.
Uns interessiert hier nur die 45mm-Gabel.
Wenn man z.Z. bei ebay Kleinanzeigen die Sequenz "Husqvarna 610 TE Gabel Stoßdämpfer vorne" sucht, findet man solche Teile wie ich sie verwendet habe.
Wenn man nach "HUSQVARNA TE 610 / 410, 1998-2000 , 45mm , TELEGABEL , FEDERGABEL" sucht, findet man eine ähnliche Gabel, die aber KEINE Verstellmöglichkeit hat. Schaut auf das Bild mit den Gabelverschlussstopfen: nix zum Drehen.
Öfters als separate Gabelholme findet man Anzeigen mit "Schlachtfest" oder "in Teilen" im Titel.
Die gleiche Gabel soll auch in der TE410 und in einigen 300er-Zweitakt-KTMs um 1994 bis 1997 verbaut worden sein.
Es ist eine Frage der Geduld oder was man bereit ist auszugeben, bis man so ein Teil hat. Ich habe mit Versand 90Euro bezahlt. Ich bin geduldig und sparsam.

Das mit dem GGV werde ich auch noch machen.
Eigentlich müßte dieser Text wieder in den Beitrag "Umbau" ...

Michi
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#13
Gut, danke.

Ich finde Euer Projekt wirklich klasse, aber ich frage mich, ob es nicht auch anders geht. Ducwolobo hatte berichtet, daß die Gabel vorher auch schon sensibel ansprach (mit GGV). Im Unterschied zu nach dem Umbau schlug sie aber bei hartem Bremsen durch. Kann man das nicht auch mit einer progressiven Feder beheben?
Grüße Georgios

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#14
hallo Georgios,
sicher kann man die Originalgabel auch mit anderen Maßnahmen verbessern. Für mich spielt der technische Spielwert solcher Änderungen eine Rolle. Ich finde so ein Thema wie den Gabelumbau, versuche mich schlau zu machen, setze es  um und freue mich wenns fertig wird und funktioniert. Es ist nicht so wichtig ob die Veränderung nun eine große oder kleine Verbesserung ergibt. Ich habe Freude dran. So wie andere Moppedfahrer sie dabei haben wenn sie sich andere Spiegel, Sitze, Auspuffe oder Karbonteile dran machen.

Michi
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#15
Die Originalgabel ist nicht schlecht wenn man mit dem Luftpolster spielt und das vergrößert. Das hatte ich gemacht wobei die Originalgabel dann bei hartem Anbremsen oder starken Schlägen durchgeschlagen hat.
Das gleiche hatte ich am Anfang bei der Umgebauten als ich nur 500ml befüllt hatte. Jetzt mit ca 580ml und der Verlängerungshülse für die Druckstufe schlägt sie nicht mehr durch und funktioniert eindwandfrei. ich muss mir noch was einfallen lassen, damit man die Druch und Zugstufe mit einer Rändelschraube oder Ähnlichem von Hand verstellen kann. So muss man immer einen Schraubendreher dabei haben um zu verstellen.
Den GGV verwende ich nach wie vor weil der eigentlich nur das Losbrechmoment der Simmerringe verbessert und das macht er gut sowohl bei der Originalen als auch bei der Einstellbaren, da ja die gleichen Simmerringe verbaut sind.
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#16
An alle Gabelfreaks,
Eine einfachere Lösung die Gabel zu verbessern ist die Verwendung eines Umbaukit der FA. Hyper Pro. Dies besteht aus geänderten progressiven Gabelfedern, dickeren Gabelöl und geändertem Luftpolster. Seit dem ich dieses verwende habe ich kein Bedürfnis mehr eine einstellbare Gabel zu brauchen.
Es lohnt sich!

Ciao Bordolino
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#17
Progressive Federn sind nicht jedermanns Sache, aber weder ich noch Schmirgelmichi waren mit der Serie unzufrieden. Mit deinem Umbau hast du halt immer die gleiche Einstellung, egal wo und wie du fährst. Mit der Verstellmöglichkeit ist man flexibler und kann das Geschehen den Umständen anpassen.
Wir zeigen hier nur eine Möglichkeit auf etwas zu verbessern, es ist aber keiner gezwungen das nach zu machen.
Ein Forum lebt aber von Leuten, die Erfahrungen machen und sie Teilen. Entscheiden muss dann jeder für sich selbst.
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#18
Also ich würde das gerne mal ausprobieren. Voraussetzung für mich ist, daß die Gabel nicht länger wird. Ich habe ja kein 17"-Vorderrad und da müsste ich die Gabel ja 3 cm durchstecken. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit.

Für mich ist das sensible Ansprechen wichtiger als die Sicherheit gegen Durchschlagen, weil die Straßen hier teilweise mies sind. Deswegen wäre es wichtig zu wissen, ob die Gabel mit den Husky-Innereien mit Druckstufe offen sensibler anspricht als die originale mit GGV.

Ansonsten habe ich noch einen Satz Hyperpro-Federn liegen, die ich noch probieren wollte.
Grüße Georgios

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#19
Die Gabellänge kannst du beeinflussen, wenn du eine kürzere Feder einbaust, oder die Hubstangen kürzt, ist alles möglich aber du musst halt probieren. Naturlich spricht die Gabel sensibler an wenn du Druch und Zugstufe schwach einstellst. Bei der Originalgabel hast du halt einen Kompromiss der immer gleich ist und nur mit aufwand durch Luftpolster oder andere Viskosität des Öls beeinflussen kannst.
Einstellbare Gabeln sind Teurer und aufwändiger zu bauen, und deshalb hat man wohl eine Einfache Lösung für die Navi gewählt. Jedes Bessere Fahrwerk bietet Einstellmöglichkeiten in Zug und Druckstufe plus Federvorspannung. Die Krönung ist dann ein elektronisches Fahwerk dass sich in Milisekunden Anpasst.
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#20
Ich meinte, ob die neue Gabel sensibler im Vergleich zur alten mit GGV anspricht. Ich weiß, der Vergleich ist schwer, weil etwas Zeit dazwischen lag.

Wenn das spürbar der Fall ist, wäre das ein starkes Argument für mich.
Grüße Georgios

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#21
Wenn sich jemand einen Eindruck verschaffen möchte, kann er das in Grenzen mit meinem Mopped tun. Dabei sollte man im Auge behalten, dass Granny und Navi unterschiedliche Gewichtsverteilung haben und dass ich vorne einen eingetragenen 110er fahre. Im Erzgebirge bin ich zeitweise mit ganz geöffneter Dämpfung der Druckstufe über üble Nebenstrecken gefahren und habe kein Durchschlagen gehabt.

In einem Ofroadforum habe ich eine Characterisierung der 45 Magnum gelesen, die ich verkürzt wiedergebe:
Die Gabel wurde für den Einsatz in Geländefahrzeugen entwickelt. Sie hat im ersten Drittel des Federweges keine nennenswerte Dämpfung, um auf Schotter und Wurzeln fein anzusprechen. Im zweiten Teil des Federweges steht konstante Dämpfung zur Verfügung, die im letzten Drittel progressiv wird.
Zitat Ende.

In unseren Fahrzeugen ist der mögliche Federweg von 250mm nicht nutzbar, so dass wir über zweites und letztes Drittel sprechen. Wegen einstellbarer Zug- und Druckstufe kann ich wählen, welches Verhalten zur Verfügung steht.
Wegen der Progression gehe ich davon aus, dass es grundsätzlich  weniger Probleme mit Durchschlagen gibt. Das ist nicht nachgewiesen sondern meine Vermutung und ein bischen ERFAHREN im wahrsten Sinne des Wortes.
Welche Rolle der Fahrstil des jeweiligen Piloten spielt, lassen wir mal außen vor.

Michi
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#22
Gibt es Fotos von den Kolbenstangen und Informationen, wie man beim Kürzen der Dinger vorgeht?
Grüße Georgios

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#23
Da musst du schon selber ran, Fotos von den Innereien hab ich ja einige eingestellt. Dürfte aber kein großes Ploblem darrstellen. Die Stange oben um die 3 cm Kürzen und das Gewinde dementsprechend nachschneiden.
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#24
Okay, danke.
Grüße Georgios

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