Ölthermostat für Navigator, GC, Raptor u.a.
#1
Irgendwie hat mich bisher die schiere Größe der Teile ( z.B. von Mocal) abgehalten und die Vermutung, daß unser Ölkühler nicht besonders effektiv kühlt. Jetzt habe ich einen Mini-Thermostaten endeckt, der mit rund 40x40x20 (plus Stutzen) wahrscheinlich klein genug ist, um verstaut werden zu können.

Ölthermostat

Ich finde, das sieht vielversprechend aus.

Falls der Link irgendwann nicht mehr funktioniert, das Thermostat ist von Jagg und gibt es u.a. bei Kedo.
Grüße Georgios

"Absorb what is useful, discard what is useless, add what is uniquely your own."

"It's a shame that stupidity can't be converted into a usable energy source."

"I would rather be on my motorcycle thinking about God than in church thinking about my motorcycle."
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#2
Mich hat dieses Thema auch beschäftigt und ich habe eine etwas klobigere Lösung gefunden. BMW hat bei der R1100RT so ein Teil verbaut. Es öffnet bei 92Grad. Bei den .....-Kleinanzeigen sucht man "Ölthermostat BMW" und findet z.Z. zwei . Bei einem Angebot passt der Preis. Ich habe dort ein Angebot gefunden und ohne Hohlschrauben 30Euro bezahlt. Hohlschrauben gibts beim Landmaschinenhändler. Die "Unterbringung" würde ich nicht als Einbau sondern eher als "reingemetzgert" bezeichnen. Es wird verflucht eng. Kurz beschrieben bin ich etwa so vorgegangen:
- linker Rahmenunterzug muß weg
- die beiden Ölleitungen habe ich mit dem Dremel an gottseidank der richtigen Stelle getrennt
  ( ..war nicht geplant, einfach Glück gehabt)
- die getrennten Ölleitungen werden auf die Hohlschrauben gesteckt und jeweils mit 2 (guten) Schlauchklemmen gesichert
- das Thermostat wird auf ein Blech ca. 6x8cm geschraubt
- das Blech wird mittels dreier M6-Schrauben  von unten am Rahmenunterzug befestigt

Es ist sehr wenig Platz. Die Verlegung der Kraftstoffleitungen muss etwas verändert werden. Ich habe die Kst-Leitungen ersetzt und konnte so anpassen.
Das Ganze ist jetzt 6000km im Einsatz.
Einmal mußte ich den Unterzug abbauen um die Schlauchklemmen nachzuziehen.

Die nächsten Tage mache ich den Tank runter, dann mache ich Bilder.

Michi
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#3
Bin auf die Fotos gespannt. Gibt es vorher/nachher Temperaturwerte?

Der 85°C Öffnungsbeginn am "Jagg" wäre mir persönlich lieber. Warm genug, aber nicht zu heiß (wobei 92°C auch noch akzeptabel ist). Das ist aber nur eine theoretische Betrachtung.

Ich hoffe, das kleinere Thermostat macht den Einbau leichter, aber Knackpunkt sind wohl auch die Schläuche. Und die Anschlüsse als mögliche Fehlerquelle ( Undichtigkeit) machen mir etwas Bauchschmerzen.
Grüße Georgios

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#4
So ein Ölthermostat mag ja sinnvoll sein für Fahrer, die kurz nach der Startphase gleich Vollgas geben wollen. Wer seinen Motor schonen will sollte darauf achten, dass die Öltemperatur der Kühlwasertemperatur ca. 10 Minuten hinterherhinkt. Also einfach etwas warten bis ihr den Hahn aufreisst, Das ist entscheidend für die Langlebigkeit des Motors. Dann noch gutes Öl verwenden, und die Wechselinterwalle einhalten. Dann sollte da nichts passieren.
Die optimale Öltemperatur liegt so zwischen 80 und 100 Grad. Weit mehr Gefahr geht von Themperaturen über 120 Grad aus, wo das Motoröl seine Schmierfähikkeit verliert, und die Additive kaputt gehen. Das verhindert der Ölkühler egal ob ein Thermostat davorgeschaltet wird oder nicht. Der Thermostat verkürzt nur die Aufwärmzeit des Motoröls.
Anders wäre es, wenn ihr euch auf eine Fahrt im Winter ans Nordkapp bei Minustemperaturen vorbereitet, da könnte der Thermostat tatsächlich sinnvoll sein wobei bei den Bedingungen kaum jemand in Versuchung kommt das Maximale aus seinem Motor zu Quetschen.

Bitte meine Beitrag nicht falsch verstehen, wer gerne Bastelt und so ein Teil für sinnvoll hält soll das machen. Ich sehe es aber eher als ein Bauteil, das bei Versagen oder Ausfall zu mehr Schaden als Nutzen führen kann und wenn man normal mit seinem Motor umgeht nicht unbedingt sinnvoll ist.
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#5
Habe jetzt gerade vergessen, ob Du GC oder Navi fährst, aber falls Navigator, hast Du schon mal die Öltemperaturen im Frühjahr und Herbst gemessen?
Grüße Georgios

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#6
Giorgios:
gemessen habe ich noch nichts, aber eine Erfahrung gemacht. Wir waren im Mai 2020 bei ungemütlichen Temperaturen in Thüringen/Sachsen unterwegs und ich habe des Öfteren den Ölkühler angefasst. Im Landstrassenbetrieb meist nur handwarm. Richtig angenehm zum Fingerwärmen. Wenn ich ein K204 von Conrad auftreibe, werde ich richtig messen.

ducwolobo:
eine ganze Reihe der gemachten und angedachten Änderungen gehören in die Kategorie "Farkles"
 (F.A.R.K.L.E. -- Fancy Accessory Really Kool Likely Expensive )
Den Begriff kann man im WEB suchen. Er begleitet mich seit meiner Zeit mit einer ST1100 und bedeutet eine Tendenz des Fahrzeugeigners zum Anbau von allen möglichen Dingen über deren Sinn man sich .... unterhalten kann.
Ich gebe zu: braucht man wahrscheinlich nicht unbedingt, aber will ich haben.

Michi
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#7
(01.02.2021, 19:23)Schmirgelmichi schrieb: Giorgios:
gemessen habe ich noch nichts, aber eine Erfahrung gemacht. Wir waren im Mai 2020 bei ungemütlichen Temperaturen in Thüringen/Sachsen unterwegs und ich habe des Öfteren den Ölkühler angefasst. Im Landstrassenbetrieb meist nur handwarm. Richtig angenehm zum Fingerwärmen. Wenn ich ein K204 von Conrad auftreibe, werde ich richtig messen.

Ich nehme an, das war schon mit Thermostat?

Für mich ist das mehr als Farkles. Ich glaube zwar nicht, daß ohne Thermostat etwas kaputt geht, aber es könnte mehr Verschleiß geben. Und da ich meine Fahrzeug meistens sehr lange fahre,...

(01.02.2021, 14:56)ducwolobo schrieb: So ein Ölthermostat mag ja sinnvoll sein für Fahrer, die kurz nach der Startphase gleich Vollgas geben wollen. Wer seinen Motor schonen will sollte darauf achten, dass die Öltemperatur der Kühlwasertemperatur ca. 10 Minuten hinterherhinkt. Also einfach etwas warten bis ihr den Hahn aufreisst, Das ist entscheidend für die Langlebigkeit des Motors. Dann noch gutes Öl verwenden, und die Wechselinterwalle einhalten. Dann sollte da nichts passieren.
Die optimale Öltemperatur liegt so zwischen 80 und 100 Grad. Weit mehr Gefahr geht von Themperaturen über 120 Grad aus, wo das Motoröl seine Schmierfähikkeit verliert, und die Additive kaputt gehen. Das verhindert der Ölkühler egal ob ein Thermostat davorgeschaltet wird oder nicht. Der Thermostat verkürzt nur die Aufwärmzeit des Motoröls.
Anders wäre es, wenn ihr euch auf eine Fahrt im Winter ans Nordkapp bei Minustemperaturen vorbereitet, da könnte der Thermostat tatsächlich sinnvoll sein wobei bei den Bedingungen kaum jemand in Versuchung kommt das Maximale aus seinem Motor zu Quetschen.

Bitte meine Beitrag nicht falsch verstehen, wer gerne Bastelt und so ein Teil für sinnvoll hält soll das machen. Ich sehe es aber eher als ein Bauteil, das bei Versagen oder Ausfall zu mehr Schaden als Nutzen führen kann und wenn man normal mit seinem Motor umgeht nicht unbedingt sinnvoll ist.

Auch mit Thermostat sollte man nicht kurz nach der Startphase Vollgas geben, denn das Öl ist ja erstmal kalt. Und da ohne Thermostat meine Öltemperatur in den genannten Jahreszeiten sich oft zwischen 62 und 70°C bewegt, dürfte man den Motor strenggenommen nicht stark fordern. Deswegen wäre es aus meiner Sicht schon von Vorteil, wenn sich mit Thermostat die Öltemp. auf 85°C verschiebt.

In allen anderen Dingen gebe ich Dir recht. Gewissenhaft warmfahren, gutes Motoröl, rechtzeitig wechseln und die Gefahr des Ausfalls.

Temperaturen > 120°C wird man in diesem Motor niemals haben. Wenn überhaupt, dann vielleicht bei 35°C im Sommer auf der Rennstrecke, aber das ist nicht mein Einsatzbereich.
Das hat Suzuki wahrscheinlich auch erkannt und die aktuelle V-Strom ohne Ölkühler konstruiert. Allerdings hat sie einen Wärmetauscher.
Grüße Georgios

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#8
F.A.R.K.L.E. -- Fancy Accessory Really Kool Likely Expensive
Der Begriff gefällt mir, den kannte ich bisher noch nicht, trifft aber den Nagel auf den Kopf Goodpost 
Allerdings müsste es Lauten F.A.R.C.L.E
Nach dem was von meinem Schulenglisch noch übrig ist schreibt man cool mit c  Floet

Eine andere Variante wäre, bei kalten Temperaturen einen Karton vor den Ölkühler kleben. Die Variante hatte ich in jungen Jahren bei meinem alten Audi 100 gemacht, weil das Kühlwasser im Winter nicht auf Temperatur kam und die Heizung kaum Leistung brachte  X_017
Und wenn ich mich richtig erinere gabs bei manchen Modellen eine verschiebbare Platte im Kühlergrill, die je nach Lage den Kühler mehr oder weniger abdeckte.
Allerdings ist da eure Lösung deutlich eleganter.
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#9
Ja, daran kann ich mich auch noch erinnern. Beim Wasserkühler funktioniert das auch bei mir gut.
Aber beim Ölkühler habe ich davor und dahinter ein mit Alufolie beklebtes Pappschild festgemacht, mit bescheidenem Erfolg. Das brachte bei mir nur etwa 3 Grad Unterschied. Also unbrauchbar.

Deshalb habe ich auch nach gemessenen Temperaturen gefragt, denn ich befürchte, auch ein Thermostat wird nicht zum gewünschte Ergebnis führen könnte.
Grüße Georgios

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#10
Ich wollte irgendwann einmal Bilder vom Ölthermostat in meinem Fahrzeug zeigen. Hier sind Welche.

           

Ferner möchte ich wissen, welche Öltemperatur aktuell anliegt. Dazu habe ich zwei Änderungen angebracht.

         

Linkes Instrument ist Öltemperatur, rechts Benzinstandsanzeige

Braucht man das ?       ... ich hatte mal die Abkürzung "FARKLES" ins Spiel gebracht ....

Michi
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#11
Eine Benzinstandsanzeige bräuchte ich nicht, da ich nach Tageskilometerzähler fahre und zusätzlich die gelbe Leuchte habe. Hat für meine Verhältnisse immer gereicht.
Aber wenn man gerne bastelt,...

Das Thermostat wäre schon eher was für mich. Aber man müsste einen vorher-nachher Wert haben. Sonst könnte ich nicht beurteilen, ob es etwas gebracht hat.
Grüße Georgios

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#12
Nun sind einige km zurückgelegt und ich habe ein paar Meßwerte. Ölthermometer ist ja dran und als zweiten Meßpunkt habe ich den Eingang am Ölkühler gewählt und dort mit Knetmetall den Sensor eines 10-Euro-LCD-Thermometers befestigt. Ich bezeichne die Meßstellen als MOTORKREIS und KÜHLERKREIS und Lufttemperatur als LT. Hier meine "Messungen":
- Kaltstart bei 20Grad LT: nach 2 min. Standlauf löst sich der Zeiger vom Anschlag links (50Grad)
- Landstraße (gesetzeskonform) bei LT 18Grad: Motorkreis bleibt bei 80 bis 90 ,  Kühlerkreis 20/25 Grad
- danach Stop-and-Go durch eine Stadt: Motorkreis 96Grad, Kühlerkreis 40/50 Grad, bei langer Ampelphase auch mal 60Grad
- Rollen in der Stadt: Motorkreis 96, Kühlerkreis 50
- Autobahn (Richtgeschwindigkeit, LT 22Grad): Motorkreis 96/100, Kühlerkreis 35/40
- Stop-and-Go bei 28Grad LT (in Dornbirn) Motorkreis 100, Kühlerkreis 80
- leichter Pass (Faschinajoch, Furkajoch): Motorkreis 96, Kühlerkreis 40/50
Verbrauch: Autobahn Richtgeschwindigkeit 6l, sonst 5,2l.

Mein Schluss daraus: mit dem Thermostat arbeitet der Motor öfters im richtigen Bereich des Schmiermittels.

Michi
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#13
Hmm, ich weiß nicht, ob man das so messen kann.

Der Wert im Ölsumpf ist entscheidend. Wenn durch das Thermostat dieser früher (und überhaupt) sein Optimum erreicht, ist es gut. Aber wir haben hier keinen vorher/nachher-Vergleich. Es ist auch unklar, wie groß die Abweichung beider Thermometer untereinander ist.

Aber schön, daß Du es veröffentlicht hast und zufrieden scheinst. X_083

Ich glaube auch, daß der Suzuki-Motor da anders reagiert, aber das ist nur eine Vermutung, basierend auf meinen Beobachtungen.
Grüße Georgios

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